Erweiterung der Webkarte Natur und Landschaftsschutz Obwalden mit einem Geotopinventar
Der Kanton Obwalden stellt ab sofort sein Karstgeotopinventar in der interaktiven Webkarte Natur und Landschaftsschutz zur Verfügung. Geotope sind besondere geologische Objekte oder Landschaftsformen – etwa markante Felsformationen, Gletscherrelikte oder bedeutende Aufschlüsse – die wertvolle Einblicke in die Entstehung unserer Landschaft geben. Sie sind wichtige Archive der Erdgeschichte, verborgene Lebensräume seltener Tiere und tragen wesentlich zur Vielfalt und Identität unserer Umwelt bei.
Ein eindrückliches Beispiel für die verborgenen Schätze unserer Landschaft ist das sogenannte Mondmilchloch. In dieser unscheinbaren Höhle verbirgt sich ein faszinierendes Naturphänomen: Die namensgebende weiche, milchig-weisse Kalksubstanz, die sich über Jahrtausende an den Wänden und Decken der Höhle gebildet hat. Solche Orte zeigen eindrücklich, wie sensibel und zugleich einzigartig geologische Prozesse sein können. Das Mondmilchloch steht stellvertretend für viele Geotope, deren Wert oft erst auf den zweiten Blick sichtbar wird – und die gerade deshalb besonderen Schutz verdienen.
Mit der Veröffentlichung des Geotopinventars wird dieses Wissen nun breit zugänglich und kann in Planungs- und Entscheidungsprozesse einfliessen. Insbesondere in der Baukoordination ist die Berücksichtigung von Geotopen von Bedeutung: Bauvorhaben können diese sensiblen Strukturen beeinträchtigen oder unwiederbringlich zerstören. Eine frühzeitige Einbindung in die Planung hilft, Konflikte zu vermeiden und nachhaltige Lösungen zu entwickeln.
Reise in die Unterwelten des Berner Oberlands!
Wo: Sternwarte - Planetarium Sigriswil, Schwandenstrasse 131, 3657 Sigriswil
Unter dem Berner Oberland erstreckt sich eine verborgene Welt aus kilometerlangen Gängen, gewaltigen Hallen und faszinierenden Tropfsteinformationen. Die meisten dieser Orte bleiben für immer im Dunkeln und sind nur wenigen erfahrenen Höhlenforschenden zugänglich.
Die Fulldome-Show «Reise in die Unterwelten des Berner Oberlands» entführt Sie in die verborgene Welt des Siebenhengste-Hohgant-Höhlensystems – eines der grössten und bedeutendsten Höhlensysteme der Schweiz. Erleben Sie spektakuläre Räume, leuchtende Farben und geologische Formationen, die über Hunderttausende von Jahren entstanden sind – so, als würden Sie selbst durch die Höhle gehen.
Ein erfahrener Höhlenforscher begleitet die Show live und gewährt faszinierende Einblicke in die Entdeckung, Erforschung und Besonderheiten des Siebenhengste-Hohgant-Höhlensystems.
Für diese Produktion entstanden über mehrere Jahre hinweg originale 360°-Filmaufnahmen unter anspruchsvollsten Bedingungen tief im Innern des Berges. Die Aufnahmen wurden speziell für die Kuppelprojektion des Planetariums SIRIUS produziert und vermitteln ein immersives Erlebnis, das die Grenzen zwischen Dokumentation und Expedition verschwimmen lässt.
Präsentationsdaten:
1x monatlich 1 Vorstellung
Speziell - 13.09.2026: 2 Vorführungen im Rahmen des Internationalen UNESCO-Tages für Höhlen und Karst.
Weitere Veranstaltungsdaten
Weitere Infos hier
Spektakuläre Höhlen im Muotatal entdeckt!
➔ Hustenschacht
Im Karstsystem rund um den Pragelpass entdeckte eine Gruppe der AGH eines der eindrücklichsten Schachtsysteme der Schweiz, den Hustenschacht.
In vier Tagestouren wurden bisher 1683 Meter Ganglänge bei einer Gesamttiefe von –433 Metern vermessen bei aktuell über 80 offenen Fortsetzungen.
Der Hustenschacht ist das seltene Beispiel einer Höhle, die ohne jede Grabung und ohne jede Bearbeitung mit Hammer und Meissel Zutritt gewährte und zudem in eine Sequenz von 3 Hohlräumen führt, deren Grössenordnung in der Schweiz derzeit einzigartig ist:
1. Halle: 100 x 25 x 15 Meter / 2. Halle: 70 x 45 x 20 Meter / 3. Halle: 110 x 40 x 30 Meter

Foto: Sebastian Pingel
Können demnächst zwei grosse Höhlensysteme miteinander verbunden werden?
➔ Wildloch
Das bekannte Hölloch ist ein Ganglabyrinth mit aktuell rund 213 km an Gesamtlänge und einem Höhenunterschied von 1033 m. Keine andere Höhle Europas ist zugleich so tief und so lang.
Das Silberen-System umfasst 39 km an Gesamtlänge bei einem Höhenunterschied von 895 m. Seitlich versetzt liegt in enger Nachbarschaft noch ein drittes System, das Muschelloch mit über 27 km Länge bei einer Tiefe von 468 m. Alle drei Höhlen sind Teile desselben unterirdischen Abfluss-Systems.
Am 17. Oktober 25 zahlte sich nun eine lange Fleissarbeit aus: Genau in der Mitte zwischen dem vorderen Hochsystem des Höllochs und dem Silberensystem ist im vorerst unscheinbaren Wildloch nach mehrjähriger Graberei ein horizontales Basissystem entdeckt worden, das genau im Zentrum der «weissen Zone» zwischen dem Hölloch und dem Silberensystem liegt. Der erhoffte Zusammenschluss würde ein neues Gesamtsystem von rund 253 km Gesamtlänge ergeben bei einer Gesamttiefe von 1654 m. Kommt es zusätzlich zu einer weiteren potenziellen Verbindung zwischen diesen beiden Systemen und dem benachbarten Muschelloch, wäre sogar eine Ausdehnung von gegen 280 km möglich - auch hier scheint ein Zusammenschluss nicht mehr allzu fern. Diese Dimensionen wären weltweit einzigartig! Vorerst ist aber noch träumen angesagt.
«Höhlentier des Jahres» 2026
Der Höhlenflohkrebs
Seit den ersten Dokumentationen dieser in Höhlengewässern und diversen weiteren Grundwasservorkommen lebenden Gattung Niphargus um 1849 sind weltweit bereits über 400 Arten entdeckt worden.
Die Vielzahl an Arten, von denen einige ausschliesslich aus der Schweiz bekannt sind, führte zur Wahl dieser Gattung zum «Höhlentier 2026». Sie steht als Botschafter für eine Vielzahl von Tierarten, die auf intakte unterirdische Lebensräume und sauberes Wasser angewiesen sind.
Foto: Klaus Bogon
Weitere Informationen finden sich unter cavernicola.ch
Res Wildberger
Mit Res’ letzter Forschungsfahrt endet eine Ära von über einem halben Jahrhundert der intensiven Forschungen, der Freundschaft, der Kameradschaft und des Zusammenseins. Mit Res geht eine allseits geschätzte Integrationsfigur der AGH und der Schweizer Höhlenforschung von uns. Er lässt uns tieftraurig, aber dankbar für die wundervolle, gemeinsame Zeit zurück. Tief im Innern des Igluschachts bleibt uns Res’ Nachname im Gang «Zahmtaler» verklausuliert erhalten, tief im Herzen werden wir Res für immer in liebem, dankbarem und ehrenvollem Andenken bewahren.
Merci Res, für alles, für so vieles!
Gregor Bättig

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